Von Emos, Fames und anderen Griffen ins Klo
15. Februar 2009Auf dem Weg aus der Schule nach Hause, trifft man zwangsweise Leute mit denen man eigentlich rein gar nichts zu tun haben möchte. Immer wieder interessant, was man alles nicht selber ist oder kennt. All das kann man in öffentlichen Verkehrsmitteln bewundern. Ein Beispiel. Neulich morgens bekam ich Bruchstücke einer Unterhaltung mit, ich zitiere: “Und dann hat sie voll einen auf Emo gemacht und hat immer bei denen rumgehangen. Sich so ein bisschen geritzt und so, aber auf einmal hat sie voll einen auf Fame gemacht. Weißt, so Extensions und so und hab ich die gefragt was sie denn jetzt ist und dann hat sie gesagt, dass sie jetzt Fame ist.” Das waren für mich schon zu viele neue Informationen am morgen. Und ich habe mich den ganzen Tag lang gefragt, was denn bitte ein Fame ist! Nach reichlicher Internetrecherche war ich nicht viel weiter außer das sich mein erster Verdacht bestätigt hatte. Fame kam wohl vom englischen Wort “famous”. Kurz bevor ich meine Nachforschungen aufgeben wollte stieß ich auf etwas was mich faszinierte: “Lady GAGA the Fame” Nach meiner ersten Freude und der Vermutung, jemanden gefunden zu haben den man als Vorzeigefame bezeichnen könnte, entdeckte ich, dass Lady GAGA eine Künstlerin ist und Fame ihr Album. Nicht nur das ich immer noch nicht wusste was genau ein Fame sein soll, stand ich nun vor einer ganz anderen Frage: Warum nennt sich eine Künstlerin Lady GAGA und hat sie das aus freien Stücken getan? Nach weiterer Recherche fand ich heraus, dass sich ihr Künstlernamen an den Song Radio Gaga von Queen anlehnt. Allerdings schien sie nicht zu wissen, dass dieses Leid schon zur Erscheinungszeit nicht als “cool” galt. Aber zurück zur morgendlichen Unterhaltung in der Bahn. Die zweite erwähnte Stilrichtung ist Emo. Ich war schon sehr erleichtert, dass diese schon etwas bekannter ist. Im Schnitt ist das Klischee das man über Emos hat, das sie in ihrer Freizeit nach Belieben Drogen konsumieren, sich mit Rasierklingen ritzen, in vollen Zügen weinen, generell alles blöd finden und in einer bösen Welt wohnen. Vom Kleidungsstil der Emos gar nicht angefangen. Von Schwarz über Pink bis hin zu fast jeder anderen Farbe kann man so ziemlich jedes Kleidungsstück als emo bezeichnen, wenn man es nur darauf anlegt. An diesem Abend ging ich höchst unzufrieden ins Bett, mit dem Gedanken das ich wohl nie erfahren werde wie sich ein Fame definiert und was an Lady GAGA so gaga sein soll außer ihrem Namen und vielleicht ihrer Musik